Ubuntu herunterladen: Linux ausprobieren und installieren
Ubuntu Desktop laden Sie kostenlos als ISO-Datei unter ubuntu.com/download/desktop. Für die meisten Nutzer ist die LTS-Version (Long Term Support) die richtige Wahl, weil sie jahrelang Sicherheitsupdates erhält. Aus der ISO-Datei erstellen Sie einen bootfähigen USB-Stick, mit dem Sie Ubuntu erst ohne Installation testen und dann – auf Wunsch neben Windows – installieren.
LTS oder aktuelle Version?
Canonical, das Unternehmen hinter Ubuntu, veröffentlicht zweimal im Jahr eine neue Version. Alle zwei Jahre ist eine davon eine LTS-Version.
| LTS-Version | Zwischenversion | |
|---|---|---|
| Standard-Support | Mehrere Jahre (derzeit fünf) | Nur einige Monate |
| Software | Bewährt, seltener neu | Neuere Programmversionen |
| Upgrade nötig | Selten | Regelmäßig |
| Empfehlung | Alltag, Familien-PC, Umsteiger | Neugierige, neuere Hardware |
Auf der Downloadseite ist die LTS-Version entsprechend gekennzeichnet. Mit einem kostenlosen Ubuntu-Pro-Konto lässt sich der Support für private Rechner zusätzlich verlängern.
Voraussetzungen
- Ein 64-Bit-PC oder -Notebook mit Intel- oder AMD-Prozessor. Für Rechner mit ARM-Prozessor gibt es eigene Abbilder.
- Ein USB-Stick, dessen Inhalt gelöscht werden darf.
- Ausreichend freier Platz auf der Festplatte, wenn Sie Ubuntu neben Windows installieren wollen.
- Eine Datensicherung – beim Einrichten der Partitionen kann ein Fehler alle Daten löschen.
- Ist Windows mit BitLocker verschlüsselt, notieren Sie vorher den Wiederherstellungsschlüssel (zu finden im Microsoft-Konto unter „Geräte“).
Prüfen Sie die heruntergeladene ISO-Datei mit der SHA256-Prüfsumme, die Ubuntu auf der Downloadseite bzw. in der Datei SHA256SUMS angibt. Wie das geht, steht unter Prüfsumme prüfen.
USB-Stick erstellen
Eine ISO-Datei einfach auf den Stick zu kopieren, reicht nicht – der Stick muss bootfähig beschrieben werden. Dafür eignen sich:
- balenaEtcher (Windows, Mac, Linux): ISO wählen, Stick wählen, „Flash“ klicken. Ubuntu empfiehlt dieses Programm in seiner Anleitung.
- Rufus (Windows): ISO wählen, Partitionsschema „GPT“ für aktuelle PCs, auf „Start“ klicken. Fragt Rufus nach dem Schreibmodus, ist „ISO-Image-Modus“ die übliche Wahl.
- Startmedienersteller: Unter einem vorhandenen Ubuntu ist das passende Werkzeug bereits enthalten.
Laden Sie diese Werkzeuge nur von den jeweiligen Projektseiten (etcher.balena.io, rufus.ie), nicht über Download-Portale.
Ubuntu ausprobieren
- Stecken Sie den Stick ein und starten Sie den PC neu.
- Öffnen Sie das Bootmenü mit der Taste Ihres Herstellers – häufig F12, F11, F8 oder Esc direkt nach dem Einschalten – und wählen Sie den USB-Stick. Alternativ in Windows: Einstellungen › System › Wiederherstellung › Erweiterter Start › Jetzt neu starten, dann „Gerät verwenden“.
- Wählen Sie Try or Install Ubuntu. Der Installer fragt zuerst nach der Sprache; wählen Sie „Deutsch“.
- Entscheiden Sie sich für Ubuntu ausprobieren. Sie können WLAN, Drucker, Ton und Bildschirm testen, ohne dass auf der Festplatte etwas verändert wird.
Im Testbetrieb läuft alles vom Stick und ist entsprechend langsamer. Änderungen und Dateien gehen nach dem Neustart verloren.
Neben Windows installieren
- Schalten Sie in Windows den Schnellstart aus: Systemsteuerung › Energieoptionen › Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters geschehen soll, Haken bei „Schnellstart aktivieren“ entfernen.
- Starten Sie vom Stick und wählen Sie Ubuntu installieren.
- Wählen Sie Tastaturlayout „German“, verbinden Sie das WLAN und aktivieren Sie die Option für Software von Drittanbietern, damit Grafik- und WLAN-Treiber sowie Medienformate gleich mit installiert werden.
- Bei der Installationsart wählen Sie Ubuntu neben Windows installieren und teilen den Speicherplatz mit dem Schieberegler auf. Die Option „Festplatte löschen“ entfernt Windows und alle Daten.
- Legen Sie Benutzername, Passwort und Zeitzone fest und starten Sie danach neu. Künftig erscheint beim Start ein Menü (GRUB), in dem Sie Ubuntu oder Windows wählen.
Weitere Programme installieren Sie über das App-Zentrum; Updates meldet Ubuntu selbstständig.
Probleme lösen
- PC startet nicht vom Stick: Prüfen Sie im UEFI-Setup (oft F2 oder Entf), ob USB-Boot erlaubt ist. Secure Boot muss für Ubuntu normalerweise nicht abgeschaltet werden.
- Option „Neben Windows installieren“ fehlt: Häufig ist BitLocker aktiv oder Windows nicht vollständig heruntergefahren. Schnellstart deaktivieren und BitLocker gegebenenfalls vorübergehend anhalten.
- Schwarzer Bildschirm mit NVIDIA-Grafik: Wählen Sie im Startmenü des Sticks den Eintrag mit sicherer Grafik („safe graphics“) und installieren Sie danach den proprietären Treiber über Zusätzliche Treiber. Hintergründe auf der Seite zu NVIDIA-Treibern.
- Drucker wird nicht erkannt: Viele Netzwerkdrucker funktionieren ohne Treiber. Ansonsten bieten einige Hersteller Linux-Treiber an – siehe Druckertreiber herunterladen.
Häufige Fragen
Ist Ubuntu wirklich kostenlos?
Ja. Ubuntu Desktop ist kostenlos und quelloffen, auch für die Nutzung in Firmen. Kostenpflichtig sind nur optionale Support-Verträge für Unternehmen.
Laufen Windows-Programme unter Ubuntu?
Nicht direkt. Für viele Aufgaben gibt es Linux-Programme wie LibreOffice, Firefox oder GIMP. Einige Windows-Programme und viele Spiele über Steam laufen mit Kompatibilitätsschichten, aber nicht alle.
Was ist der Unterschied zu Linux Mint?
Linux Mint baut auf Ubuntu auf, hat aber eine Oberfläche, die eher an Windows erinnert. Ubuntu hat einen eigenen Stil und eine größere Firma im Hintergrund.
Kann ich Ubuntu wieder entfernen?
Ja, aber nicht wie ein Programm. Sie löschen die Ubuntu-Partitionen in der Windows-Datenträgerverwaltung und reparieren anschließend den Windows-Bootloader. Ein Backup vorher ist Pflicht.