Bundle-Software vermeiden: Zusatzprogramme bei der Installation abwählen

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Viele kostenlose Programme bringen im Installer Zusatzsoftware mit – Browser-Erweiterungen, Toolbars, „PC-Optimierer“ oder eine geänderte Startseite. Sie vermeiden das, indem Sie Software direkt beim Hersteller laden, bei der Installation „Benutzerdefiniert“ wählen und jedes Angebot aktiv ablehnen. Was bereits installiert wurde, entfernen Sie über die Systemeinstellungen und die Browser-Einstellungen.

Was ist Bundle-Software?

Als Bundle bezeichnet man ein Installationspaket, das neben dem gewünschten Programm weitere Software enthält. Für die Hersteller der Zusatzprogramme ist das ein Vertriebsweg, für den Anbieter des Installers eine Einnahmequelle. Sicherheitsprogramme nennen solche Beigaben „potenziell unerwünschte Programme“ (PUP oder PUA): keine Viren im engeren Sinn, aber Software, die Werbung einblendet, Suchanfragen umleitet, Daten sammelt oder den Rechner bremst.

Besonders häufig stecken Bundles in Installern von Download-Portalen, die das Original in einen eigenen „Download-Assistenten“ verpacken. Die Herstellerversion ist meist sauber. Bei Open-Source-Programmen wie 7-Zip oder VLC gilt das besonders: Die offizielle Datei enthält keine Zusatzangebote, nachgebaute Seiten dagegen oft schon.

Installer richtig bedienen

  1. Express-Installation meiden. Wählen Sie „Benutzerdefiniert“, „Erweitert“ oder „Custom“, auch wenn „Empfohlen“ neben der Express-Variante steht. Nur so sehen Sie alle Komponenten.
  2. Jeden Bildschirm lesen. Zusatzangebote erscheinen oft als eigene Seite mit Lizenzvertrag eines anderen Unternehmens. Achten Sie auf Firmennamen, die nicht zum Programm passen.
  3. Häkchen entfernen. Vorausgewählte Kästchen wie „Browser-Erweiterung installieren“, „Startseite festlegen“ oder „Suchmaschine ändern“ deaktivieren Sie.
  4. Auf „Ablehnen“ oder „Überspringen“ klicken. Viele Installer gestalten die Schaltfläche zum Annehmen groß und farbig, „Ablehnen“ dagegen klein und grau. Ein Klick auf „Weiter“ bedeutet auf solchen Seiten meist Zustimmung.
  5. Abbrechen, wenn kein Ablehnen möglich ist. Lässt sich das Angebot nicht abwählen, brechen Sie die Installation ab und suchen Sie die Herstellerversion oder eine Alternative.

Prüfen Sie vor dem Start außerdem, ob die Datei vom Hersteller stammt: Unter Windows zeigt Rechtsklick › Eigenschaften › Digitale Signaturen den Herausgeber. Ein unbekannter Name statt des Herstellers deutet auf einen fremden Wrapper hin.

Windows und Edge blockieren lassen

Windows bringt einen Schutz gegen unerwünschte Programme mit, der nicht immer eingeschaltet ist:

  1. Öffnen Sie Windows-Sicherheit › App- & Browsersteuerung › Zuverlässigkeitsbasierter Schutz (je nach Version „Einstellungen für zuverlässigkeitsbasierten Schutz“).
  2. Aktivieren Sie Potenziell unerwünschte Apps blockieren und setzen Sie Häkchen bei „Apps blockieren“ und „Downloads blockieren“.

In Microsoft Edge finden Sie die gleiche Option unter Einstellungen › Datenschutz, Suche und Dienste › Sicherheit. Der Schutz erkennt bekannte Bundles, ersetzt aber nicht die Aufmerksamkeit bei der Installation.

Adware unter Windows entfernen

  1. Öffnen Sie Einstellungen › Apps › Installierte Apps und sortieren Sie nach Installationsdatum. Alles, was zeitgleich mit dem eigentlichen Programm installiert wurde und Ihnen unbekannt ist, deinstallieren Sie über ⋯ › Deinstallieren.
  2. Prüfen Sie im Task-Manager (Strg + Umschalt + Esc) unter Autostart-Apps, ob unbekannte Einträge mit Windows starten, und deaktivieren Sie sie.
  3. Führen Sie einen vollständigen Scan mit Microsoft Defender durch. Als Zweitmeinung eignet sich ein spezialisierter Scanner wie Malwarebytes, der unerwünschte Programme gezielt aufspürt.
  4. Deinstallieren lässt sich manches nur mit Neustart – starten Sie den Rechner danach neu und kontrollieren Sie die Liste erneut.
Vorsicht bei „Reinigungsprogrammen“

Gegen Adware werben im Netz zahlreiche „Cleaner“ und „Optimierer“. Einige davon sind selbst unerwünschte Software, die mit übertriebenen Fundmeldungen zum Kauf drängt. Bleiben Sie bei Defender und bekannten Herstellern.

Browser zurücksetzen

Bundles ändern oft Startseite, Suchmaschine oder installieren Erweiterungen. So machen Sie das rückgängig:

Prüfen Sie außerdem die Verknüpfung, mit der Sie den Browser starten: Manche Adware hängt eine Webadresse an das Ziel der Verknüpfung an (Rechtsklick › Eigenschaften › Ziel). Nach dem Pfad zur .exe sollte dort nichts weiter stehen.

Auf dem Mac aufräumen

Auch auf dem Mac gibt es Adware, meist als Browser-Erweiterung oder als Programm, das sich als Updater ausgibt. Löschen Sie unbekannte Programme aus dem Ordner Programme, prüfen Sie Systemeinstellungen › Allgemein › Anmeldeobjekte und entfernen Sie in Safari unter Safari › Einstellungen › Erweiterungen alles Unbekannte. Kontrollieren Sie in den Safari-Einstellungen auch Startseite und Suchmaschine.

Die heruntergeladenen Installer selbst können Sie anschließend entfernen: Downloads löschen. Wer wissen will, welche Lizenzmodelle hinter kostenloser Software stecken und warum manche davon Bundles nutzen, liest Freeware, Shareware und Open Source.

Häufige Fragen

Ist Bundle-Software illegal?

Nicht grundsätzlich. Solange der Installer das Zusatzprogramm anzeigt und Sie es ablehnen können, ist das in der Regel zulässig – wenn auch ärgerlich. Wird Software ohne jeden Hinweis installiert, spricht man von Schadsoftware.

Warum meldet Defender eine „PUA“, aber keinen Virus?

PUA steht für „Potentially Unwanted Application“. Defender stuft das Programm nicht als bösartig ein, aber als unerwünscht, etwa wegen Werbung oder Bundles. Entfernen Sie es, wenn Sie es nicht bewusst installiert haben.

Enthalten Programme aus dem Microsoft Store auch Bundles?

Das Risiko ist deutlich geringer, weil Microsoft Apps vor der Aufnahme in den Store prüft und die Installation über den Store ohne Zusatzangebote abläuft. Völlig ausgeschlossen sind unerwünschte Programme damit nicht, und Werbung innerhalb einer App ist ohnehin erlaubt.

Kann ich die Suchmaschine nicht einfach in den Einstellungen zurückstellen?

Ja, aber wenn eine Erweiterung oder ein Programm die Änderung verursacht hat, stellt es sie oft wieder her. Entfernen Sie deshalb zuerst die Ursache und ändern Sie danach die Suchmaschine.