Lizenzfreie Bilder herunterladen: seriöse Quellen und Lizenzen
Kostenlose lizenzfreie Bilder finden Sie auf Plattformen wie Pixabay, Unsplash, Pexels und Wikimedia Commons sowie über die Suchmaschine Openverse. Herunterladen ist dort gratis, doch jede Quelle hat eigene Regeln: Manche verlangen eine Namensnennung, andere schließen bestimmte Nutzungen aus. Wer die Lizenz prüft und dokumentiert, schützt sich vor teuren Abmahnungen.
Lizenzfrei, gemeinfrei, kostenlos – die Unterschiede
Die Begriffe werden oft verwechselt, bedeuten aber Verschiedenes:
- Lizenzfrei (englisch „royalty-free“) heißt: Sie zahlen keine Gebühr pro Nutzung. Das Bild ist trotzdem urheberrechtlich geschützt, und es gilt eine Lizenz mit Bedingungen. Bei Bildagenturen wie Adobe Stock oder Shutterstock kostet die Lizenz einmalig Geld.
- Kostenlos ist ein Bild, wenn auch diese Lizenz nichts kostet – wie bei den Plattformen unten.
- Gemeinfrei (Public Domain) sind Werke, deren Schutz abgelaufen ist. In Deutschland endet das Urheberrecht 70 Jahre nach dem Tod der Urheberin (§ 64 UrhG). Seit 2021 regelt § 68 UrhG zudem, dass originalgetreue Fotos gemeinfreier Gemälde keinen neuen Schutz begründen.
- CC0 ist ein freiwilliger Verzicht auf alle Rechte, soweit das gesetzlich möglich ist. In Deutschland kann man auf das Urheberrecht nicht vollständig verzichten; CC0 wirkt hier als sehr weitgehende Erlaubnis.
Seriöse Plattformen im Vergleich
| Quelle | Lizenz | Namensnennung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
Pixabay (pixabay.com) | Eigene Pixabay-Inhaltslizenz | Nicht erforderlich | Fotos, Illustrationen, Vektorgrafiken; deutsche Oberfläche |
Unsplash (unsplash.com) | Eigene Unsplash-Lizenz | Nicht erforderlich, aber erwünscht | Hochwertige Fotos; als „Unsplash+“ gekennzeichnete Bilder sind kostenpflichtig |
Pexels (pexels.com) | Eigene Pexels-Lizenz | Nicht erforderlich | Auch Videos |
Wikimedia Commons (commons.wikimedia.org) | Je Bild unterschiedlich (CC, gemeinfrei) | Meist erforderlich | Historische Aufnahmen, Orte, Personen des Zeitgeschehens |
Openverse (openverse.org) | Suchmaschine für CC-Inhalte | Je nach Lizenz | Durchsucht viele Archive, Lizenzfilter |
Die Lizenzen von Pixabay, Unsplash und Pexels sind keine Creative-Commons-Lizenzen. Sie erlauben viel, schließen aber einiges aus – etwa den unveränderten Weiterverkauf der Bilder, den Aufbau einer konkurrierenden Bildersammlung oder bei Personen eine Nutzung, die diese in ein schlechtes Licht rückt. Lesen Sie die Lizenzseite einmal vollständig, bevor Sie Bilder geschäftlich einsetzen.
Für spezielle Zwecke gibt es eigene Ratgeber: Grafiken und Symbole unter kostenlose Icons, Motive für Bildschirm und Handy unter Hintergrundbilder herunterladen und saisonale Motive unter Weihnachtsbilder kostenlos. Bewegtbild und Ton behandeln lizenzfreie Videos und lizenzfreie Musik.
Creative-Commons-Lizenzen erklärt
Creative Commons (CC) ist ein standardisiertes Baukastensystem. Die Kürzel bedeuten:
| Kürzel | Bedeutung | Für Sie heißt das |
|---|---|---|
| BY | Namensnennung | Urheber und Lizenz angeben |
| SA | Weitergabe unter gleichen Bedingungen | Bearbeitungen müssen unter derselben Lizenz stehen |
| NC | Nicht kommerziell | Keine Nutzung für Firmen-Websites, Werbung, Produkte |
| ND | Keine Bearbeitung | Kein Zuschnitt mit Textüberlagerung, keine Montage |
Am unkompliziertesten sind CC0 und CC BY. Bei NC ist Vorsicht geboten: Auch ein Blog mit Werbebannern oder die Website einer Arztpraxis kann als kommerziell gelten. Bei ND ist schon das Beschneiden auf ein anderes Seitenverhältnis heikel.
Namensnennung richtig umsetzen
Für CC-Lizenzen hat sich die Faustregel TULLU bewährt: Titel, Urheber, Lizenz mit Link, Ursprungsort (Link zur Quelle). Ein korrektes Beispiel als Bildunterschrift:
„Morgennebel am Rhein“ von Maria Muster, Lizenz: CC BY 4.0, Quelle: Wikimedia Commons – wobei Lizenz und Quelle verlinkt sind.
- Die Angabe gehört direkt zum Bild oder in ein Bildnachweis-Verzeichnis, das von jeder Seite aus erreichbar ist.
- Bei Social-Media-Beiträgen gehört sie in den Beitragstext.
- Haben Sie das Bild bearbeitet, vermerken Sie das, etwa „zugeschnitten“.
Eine fehlende oder falsche Namensnennung ist einer der häufigsten Gründe für Abmahnungen bei eigentlich freien Bildern.
Abmahnrisiken trotz freier Lizenz
Auch auf seriösen Plattformen laden Nutzer manchmal Bilder hoch, an denen sie keine Rechte haben. Die Plattformen haften dafür nicht; abgemahnt wird, wer das Bild verwendet. So senken Sie das Risiko:
- Lizenz dokumentieren: Speichern Sie beim Herunterladen einen Screenshot oder ein PDF der Bildseite mit Datum, Nutzername und Lizenzangabe.
- Personen prüfen: Für erkennbare Menschen gilt das Recht am eigenen Bild (§ 22 KUG). Für Werbung brauchen Sie eine Einwilligung (Model-Release), die kostenlose Plattformen in der Regel nicht garantieren.
- Marken und Kunstwerke: Logos, Produktdesigns oder Kunstwerke im Bild können eigene Rechte auslösen. Gebäude im öffentlichen Raum sind von außen meist durch die Panoramafreiheit (§ 59 UrhG) gedeckt, Innenräume nicht.
- Bildersuche als Gegenprobe: Taucht ein „freies“ Foto per umgekehrter Bildersuche auch in Agenturen mit Wasserzeichen auf, verzichten Sie besser darauf.
- Nicht von Suchmaschinen kopieren: Die Google-Bildersuche ist keine Bildquelle. Wer Bilder von dort übernimmt, ohne die Lizenz zu prüfen, riskiert Abmahnungen.
Weshalb privates Herunterladen und öffentliches Verwenden rechtlich zwei verschiedene Dinge sind, erklärt Ist Herunterladen legal?
Häufige Fragen
Darf ich lizenzfreie Bilder für meine Firmenwebsite nutzen?
Bei Pixabay, Unsplash und Pexels ja, auch kommerziell. Bei CC-Bildern nur, wenn die Lizenz kein NC enthält. Prüfen Sie jedes Bild einzeln.
Was kostet eine Abmahnung wegen eines Bildes?
Das hängt vom Einzelfall ab: Schadensersatz nach einer fiktiven Lizenzgebühr plus Anwaltskosten. Reagieren Sie nicht vorschnell und lassen Sie die Forderung prüfen, etwa von einer Anwältin für Urheberrecht oder der Verbraucherzentrale.
Sind KI-generierte Bilder automatisch frei?
Rein maschinell erzeugte Bilder sind nach deutschem Recht mangels menschlicher Schöpfung in der Regel nicht urheberrechtlich geschützt. Die Nutzungsbedingungen des jeweiligen KI-Dienstes können die Nutzung aber trotzdem regeln. Und ein KI-Bild kann Marken oder erkennbare Personen zeigen.
Muss ich bei Bildern von Pixabay wirklich nichts angeben?
Rechtlich ist keine Namensnennung nötig. Sinnvoll ist sie trotzdem, weil sie im Streitfall belegt, woher das Bild stammt.