Ist Herunterladen legal? Die Rechtslage in Deutschland
Herunterladen ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt – entscheidend sind drei Fragen: Woher stammt die Datei, was ist das für ein Inhalt, und was machen Sie anschließend damit? Diese Übersicht erklärt die Regeln verständlich. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.
Die Kurzfassung
| Situation | Einschätzung |
|---|---|
| Kostenlose Software, Apps oder Spiele vom Hersteller oder aus dem offiziellen Store | Erlaubt |
| Offline-Downloads in Netflix, Spotify, YouTube Premium & Co. | Erlaubt (im Rahmen der Abo-Bedingungen) |
| Eigene Daten aus Cloud und sozialen Netzwerken exportieren | Erlaubt, nach DSGVO sogar Ihr Recht |
| Inhalte unter freier Lizenz (z. B. Creative Commons, gemeinfrei) | Erlaubt, Lizenzbedingungen beachten |
| Fremde Videos per Converter von YouTube speichern | Verstoß gegen Nutzungsbedingungen, urheberrechtlich umstritten |
| Filme, Serien, Musik von offensichtlich illegalen Seiten | Nicht erlaubt |
| Filesharing (Torrents) geschützter Werke | Nicht erlaubt, hohes Abmahnrisiko |
| Gecrackte Software, Keygens, Kopierschutz umgehen | Nicht erlaubt |
Die Privatkopie (§ 53 UrhG)
Das Urheberrechtsgesetz erlaubt einzelne Kopien urheberrechtlich geschützter Werke zum privaten Gebrauch, also nicht für berufliche oder kommerzielle Zwecke. Sie dürfen eine Kopie auch an wenige enge Freunde oder Familienmitglieder weitergeben. Zwei wichtige Ausnahmen:
- Offensichtlich rechtswidrige Quelle: Wer einen aktuellen Kinofilm auf einer dubiosen Seite findet, muss erkennen, dass der Upload nicht legal sein kann. Davon darf keine Privatkopie angefertigt werden.
- Kopierschutz: Nach § 95a UrhG dürfen wirksame technische Schutzmaßnahmen nicht umgangen werden – auch nicht für eine Privatkopie. Das betrifft etwa verschlüsselte Streaming-Downloads oder kopiergeschützte Datenträger.
Für Computerprogramme gilt die Privatkopie nicht. Hier ist nur eine Sicherungskopie durch den berechtigten Nutzer erlaubt. Ausführlich: Privatkopie: Was ist erlaubt?
Urheberrecht und Nutzungsbedingungen sind zwei Paar Schuhe
Selbst wenn ein Download urheberrechtlich als Privatkopie durchgehen könnte, können die Nutzungsbedingungen der Plattform ihn verbieten. YouTube etwa untersagt das Herunterladen, wenn dafür keine offizielle Funktion vorgesehen ist. Ein Verstoß ist keine Straftat, kann aber zur Sperrung des Kontos führen. Deshalb zeigen wir in unseren Anleitungen immer den Weg über die offiziellen Funktionen, zum Beispiel beim YouTube-Video oder Instagram-Video.
Streaming von illegalen Seiten
Lange galt das reine Ansehen eines Streams als unproblematisch. Seit einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2017 ist klar: Auch beim Streamen entstehen Kopien, und wer weiß oder wissen muss, dass die Quelle illegal ist, kann sich nicht auf die Ausnahme für flüchtige Kopien berufen. Strafverfolgung einzelner Zuschauer ist selten, das rechtliche Risiko besteht aber. Hinzu kommt das Sicherheitsrisiko durch Werbung und Schadsoftware auf solchen Seiten.
Filesharing: das größte Risiko
Bei Tauschbörsen und Torrents laden Sie nicht nur herunter, sondern stellen die Datei gleichzeitig anderen zur Verfügung. Rechteinhaber ermitteln die IP-Adressen und verschicken Abmahnungen mit Forderungen nach Schadensersatz und Anwaltskosten. Für Privatpersonen sind die Anwaltskosten bei einer ersten Abmahnung zwar in vielen Fällen gedeckelt, der Schadensersatz kommt jedoch hinzu. Was zu tun ist: Abmahnung wegen Filesharing.
Was Sie mit Downloads machen dürfen
Auch eine legal heruntergeladene Datei darf nicht beliebig weiterverwendet werden. Wer fremde Videos, Fotos oder Musik erneut hochlädt, in eigene Videos einbaut oder auf der eigenen Website zeigt, braucht die Erlaubnis des Rechteinhabers oder eine passende Lizenz. Für eigene Projekte eignen sich lizenzfreie Bilder, lizenzfreie Videos und lizenzfreie Musik.
Diese Seite gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einer konkreten Abmahnung oder rechtlichen Frage wenden Sie sich an eine Anwältin bzw. einen Anwalt für Urheberrecht oder an die Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Darf ich Bilder aus der Google-Suche herunterladen?
Zum privaten Ansehen ja. Für die eigene Website, Social Media oder Flyer brauchen Sie dagegen eine Erlaubnis des Rechteinhabers – die Bildersuche zeigt nur, was im Netz steht, nicht, was Sie verwenden dürfen. Sichere Quellen nennt Lizenzfreie Bilder herunterladen.
Ist ein VPN beim Herunterladen legal?
Ein VPN zu nutzen ist in Deutschland erlaubt. Es macht einen unerlaubten Download aber nicht legal, sondern verschleiert nur die eigene IP-Adresse. Die Rechtslage richtet sich weiter nach Quelle und Inhalt.
Was gilt, wenn ich nicht wusste, dass eine Quelle illegal ist?
Entscheidend ist, ob die Rechtswidrigkeit offensichtlich war. Ein aktueller Kinofilm gratis auf einer unbekannten Seite gilt als offensichtlich illegal; eine seriös wirkende Quelle mit plausiblem Angebot eher nicht. Beim Filesharing hilft Unwissen dagegen kaum, weil Sie die Datei gleichzeitig verbreiten.
Darf ich gekaufte Downloads weiterverkaufen?
Bei Software-Lizenzen hat der Europäische Gerichtshof den Weiterverkauf unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Für E-Books, Musik- und Spiele-Downloads gilt das nach bisheriger Rechtsprechung nicht ohne Weiteres; zudem schließen die Bedingungen der meisten Shops eine Übertragung aus.