Sicher herunterladen: 10 Regeln gegen Schadsoftware
Die meisten Infektionen mit Schadsoftware beginnen nicht mit einem raffinierten Angriff, sondern mit einem Download von der falschen Seite. Diese zehn Regeln schützen Sie zuverlässig – egal ob am PC, Mac oder Smartphone.
- Direkt zum Hersteller. Laden Sie Programme von der Website des Herstellers oder aus einem offiziellen Store. Download-Portale, die fremde Software anbieten, sind ein unnötiger Umweg.
- Nicht der ersten Anzeige folgen. In Suchmaschinen stehen oft bezahlte Anzeigen über dem echten Ergebnis. Kriminelle kaufen gezielt Anzeigen für beliebte Programme und leiten auf täuschend echte Kopien der Herstellerseite. Prüfen Sie die Domain in der Adresszeile.
- Auf die Domain achten.
zoom.usist echt,zoom-download-de.comnicht. Schreibfehler, zusätzliche Wörter oder ungewöhnliche Endungen sind Warnzeichen. - Echte Buttons von Werbung unterscheiden. Auf vielen Seiten sind die größten „Download“-Schaltflächen Anzeigen. Der echte Link nennt meist Dateinamen, Version und Größe. Mehr: Fake-Download-Buttons erkennen.
- Dateiendung prüfen. Ein Video, das als
.exeoder.scrankommt, ist kein Video. Lassen Sie sich unter Windows die Dateiendungen anzeigen (Explorer › Anzeigen › Einblenden › Dateinamenerweiterungen). Übersicht: Dateiendungen erklärt. - Bei der Installation „Benutzerdefiniert“ wählen. So sehen Sie, welche Zusatzprogramme, Browser-Erweiterungen oder Startseiten mitinstalliert werden sollen, und können sie abwählen. Siehe Bundle-Software vermeiden.
- Signatur prüfen. Seriöse Windows-Programme sind digital signiert. Rechtsklick auf die Datei › Eigenschaften › Digitale Signaturen zeigt den Herausgeber. Fehlt die Signatur oder steht dort ein unbekannter Name, ist Vorsicht geboten.
- Warnungen ernst nehmen. Meldet Microsoft Defender SmartScreen, macOS Gatekeeper oder Google Play Protect eine Datei als unsicher, löschen Sie sie, statt die Warnung zu umgehen. Zweitmeinung: Datei auf Viren prüfen.
- Keine Cracks, Keygens oder „Aktivatoren“. Sie sind die mit Abstand häufigste Quelle für Trojaner und Passwort-Diebe – und rechtlich ohnehin unzulässig.
- System und Programme aktuell halten. Updates schließen genau die Lücken, über die Schadsoftware sich einnistet. Aktivieren Sie automatische Updates für Betriebssystem, Browser und häufig genutzte Programme.
Besonderheiten auf dem Smartphone
Auf Android und iPhone ist der offizielle Store die beste Quelle – aber auch dort gibt es Nachahmer-Apps. Prüfen Sie den Anbieter, die Zahl der Downloads und die verlangten Berechtigungen. APK-Dateien außerhalb von Google Play sollten die Ausnahme bleiben: APK sicher installieren. Achten Sie außerdem auf Apps, die nach der Installation ein teures Abo starten wollen: Abofallen vermeiden.
Was tun, wenn es schon passiert ist?
- Trennen Sie das Gerät vom Internet.
- Führen Sie einen vollständigen Scan mit Microsoft Defender und zusätzlich mit einem zweiten Scanner wie Malwarebytes durch.
- Deinstallieren Sie unbekannte Programme und Browser-Erweiterungen.
- Ändern Sie von einem sauberen Gerät aus die Passwörter wichtiger Konten – zuerst E-Mail und Online-Banking – und aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung.
- Bei Verdacht auf Missbrauch Ihres Bankkontos: Bank sofort informieren, Zugang sperren lassen (Sperr-Notruf 116 116).
Häufige Fragen
Ist eine App aus dem offiziellen Store immer sicher?
Sehr viel sicherer als jede andere Quelle, aber nicht garantiert. Auch in Google Play, im App Store und im Microsoft Store tauchen gelegentlich Nachahmer-Apps auf. Prüfen Sie deshalb immer den Anbieternamen, bevor Sie installieren.
Brauche ich zusätzlich zu Microsoft Defender einen Virenscanner?
Für die meisten Privatnutzer reicht der in Windows eingebaute Microsoft Defender, solange Windows aktuell ist. Ein zweites Programm mit Echtzeitschutz bringt wenig und kann sich mit Defender ins Gehege kommen. Sinnvoll ist ein zweiter Scanner eher als gelegentliche Zweitmeinung.
Sind Download-Portale grundsätzlich unseriös?
Nein, doch manche verpacken Programme in eigene Installer mit Zusatzsoftware oder zeigen Werbung, die wie ein Download-Button aussieht. Wenn es einen Hersteller-Download gibt, ist er immer die bessere Wahl. Bieten Hersteller eine Prüfsumme an, können Sie die Datei damit abgleichen – siehe Prüfsumme prüfen.
Kann ich mir schon beim Öffnen einer Webseite etwas einfangen?
Bei aktuellen Browsern ist das selten, weil Sicherheitslücken schnell geschlossen werden. Gefährlich wird es vor allem mit veralteten Browsern oder Erweiterungen. Halten Sie den Browser daher immer aktuell und öffnen Sie automatisch gestartete Downloads nicht.